Wenn es um HiFi-Kabel bzw. Kabelverbindungen für die private Musikübertragung geht, dann streiten sich die Geister. Ist das alles nur ein Mythos oder Voodoo? Was kann man wirklich wissenschaftlich belegen oder ist alles nur Geldabzocke?
Eines der ersten Videos auf die ich damals gestoßen bin war das folgende von Franks Werkstatt:
Hier wird gemessen, erläutert, erklärt gemacht und getan. Mich persönlich sprechen Franks Aussagen im Video an.
Als Kontrapunkt das Video von PhonoPhono:
Hier wird viel erzählt und zwar nur. Und auch die Aussagen die hier getätigt werden, überzeugen mich kaum bis nicht.
Hier eine Sammlung einiger weniger Aussagen in dem Anfang des Video:
"Hier passiert elektrotechnisch so einiges, was dem gesundem Menschenverstand sehr sehr widerspricht"
"Je teurer die Geräte werden, je besser die Bauteile werden, umso gigantisch viel besser wird der Klang"
"Wie kann man erkennen das ein Kabel gut ist? ganz einfach, gar nicht. Jedenfalls nicht sie als Laie, auch nicht ich als Händler, selbst ein Vertrieb nicht."
"Wir haben zum einen Hersteller wie hier zum Beispiel Kondo, die Materialien verwenden an die sie als Privatmann nie im Leben dran kommen und die auf für einen großen Hersteller kaum erreichbar sind. Silbermaterial das Jahre gelagert ist."
Ich lasse das jetzt mal so stehen. In meinen Augen spricht hier vor allem eines, der Händler. Was mich dabei aber richtig stört ist der Umgang mit dem Zuhörer, der hier gleich als dumm bezeichnet wird, wenn er etwas nicht weiß oder gar hinterfragt. Man die Brieftasche des Kunden auch ohne ihn zu beleidigen ansprechen.
Als Fazit bleibt mir nur die Frage, wie die Voyager Sonden ohne High-End-HiFi-Kabel in ihrer kompletten Verdrahtung, ohne dass die damaligen Ingenieure diese über hundert Stunden eingespielt haben oder auf deren Laufrichtung geachtet haben, über so viele Jahre hinweg und unter den widrigsten Umständen analoge wie digitale verarbeiten und zur Erde senden können?
HiFi-Kabel Mythos, Voodoo, Wissenschaft oder Geldabzocke?
Re: HiFi-Kabel Mythos, Voodoo, Wissenschaft oder Geldabzocke?
Über Jahre gelagertes Metall wird dadurch schlechter, Stichwort: Oxydation.Joaquin hat geschrieben: Sa 22. Nov 2025, 07:58 "Wir haben zum einen Hersteller wie hier zum Beispiel Kondo, die Materialien verwenden an die sie als Privatmann nie im Leben dran kommen und die auch für einen großen Hersteller kaum erreichbar sind. Silbermaterial das Jahre gelagert ist."
Wenn man es aber erhitzt um daraus Kabel zu produzieren sind die negativen Folgen der Lagerung behoben.
Bei einem organischen Material wie Holz verändern sich auch die Eigenschaften, dort dann eher zum Positiven, aber davon war ja nicht die Rede.
Ich habe auch schon mal mit Kabeln experimentiert (Strom-, NF- und USB-Kabel) konnte aber leider keinen Unterschied feststellen.
So lange die Kabel für den Zweck vorgesehen sind und sie keine Schäden haben passt das schon.
Die einzigen Kabel bei denen die Eigenschaften eine Rolle spielen sind Phonokabel, und dort die Kapazität. Für einen geraden Frequenzverlauf werden bei Tonabnehmern vom Hersteller die Kapazitäten angegeben mit denen sie angeschlossen werden sollen. Sind die Kapazitäten zu hoch liegt die Hochtonerhöhung mit anschließendem steilen Abfall nicht mehr im unhörbaren Bereich (über 18 kHz) sondern wandert tiefer und wird damit hörbar. Wenn die empfohlene Kapazität bei 200 pF liegen soll und der Tonabnehmer wird mit 800 pF angeschlossen liegt die Hochtonerhöhung schon bei 12-14 kHz und es hört sich hochtonlastig (also schrill) an.
Aber wenn ich dann "Testberichte" lese bei denen moderne Verstärker mit einer Eingangskapazität des Phonoeingangs von über 1.000 pF in den höchsten Tönen gelobt werden frage ich mich ob die Tester nur ihr Hörgerät vergessen haben oder schon komplett taub sind und sich nur etwas ausdenken.
Meine Meinung zum Threadtitel: HiFi-Kabel - Mythos, Voodoo und Geldabzocke!
Re: HiFi-Kabel Mythos, Voodoo, Wissenschaft oder Geldabzocke?
Ich weiß, dass Kabel und die dort verwendeten Materialien durchaus einen Einfluss auf den Klang haben. Gerade als Musiker habe ich später auch Wert auf Qualität gelegt, weil sich das im Liveeinsatz einfach bezahlt macht und es hat halt seinen Preis hat, wenn man auf der Bühne steht und plötzlich nichts mehr geht weil eine Buchse, Abschirmung usw. den kompletten Auftritt ruiniert. Dort müssen die Stecker und Ummantelung robust, wetterfest, zugentlastet, abgeschirmt, dass eigentliche Metal als Übertragungsmedium ordentlich sein usw. Da will man nichts billiges, was nach ein paar mal drauf treten schon einen Kabelbruch hat, sondern strapazierfähiges, professionelles Material haben. Aber halt auch nicht mehr, weil sich das nicht mehr bezahlt macht. Wer ein Stadion beschallten will, kann sich keine exorbitanten Summen für Kabel ausgeben um möglicherweise 0,05% mehr an Klangqualität heraus zu holen, was die Leute dort und unter den dortigen Gegebenheiten ohnehin nie heraus hören werden.
Ein gutes HiFi-Kabel darf ruhig gut aussehen, da es je nach Raum dann auch Teil dessen wird und für einige ist die Ästhetik durchaus wichtig. Auch die Haptik und Verarbeitung sollte sich im Preis widerspiegeln, das Anschließen erleichtern und evtl. sogar Freude beim Anfassen, Fühlen und Anschließen bereiten. Zuverlässig sowieso und zur Anlage und den Boxen passen. Das ist mir bis zu einem gewissen Level etwas wert aber dann ist auch gut.
Ich kann aber Händler verstehen, die dem Kundenwunsch nach noch mehr, was auch immer, halt dann in diesem Sinne befriedigen. Wenn es den Markt gibt und der Kunde das unbedingt wünscht, dann gbt man ihm wonach er verlangt. Das ist in meinen Augen auch nicht verwerflich. Nachdem ich in den Kommentaren von "PhonoPhono" geschaut hatte, scheint mir der Händler auch genau diesem Prinzip zu folgen und er dort seine Aussagen auch zu relativieren. Seine Ansprache richtet sich also tatsächlich eher an die zu letzt beschriebene Klientel.
Ein gutes HiFi-Kabel darf ruhig gut aussehen, da es je nach Raum dann auch Teil dessen wird und für einige ist die Ästhetik durchaus wichtig. Auch die Haptik und Verarbeitung sollte sich im Preis widerspiegeln, das Anschließen erleichtern und evtl. sogar Freude beim Anfassen, Fühlen und Anschließen bereiten. Zuverlässig sowieso und zur Anlage und den Boxen passen. Das ist mir bis zu einem gewissen Level etwas wert aber dann ist auch gut.
Ich kann aber Händler verstehen, die dem Kundenwunsch nach noch mehr, was auch immer, halt dann in diesem Sinne befriedigen. Wenn es den Markt gibt und der Kunde das unbedingt wünscht, dann gbt man ihm wonach er verlangt. Das ist in meinen Augen auch nicht verwerflich. Nachdem ich in den Kommentaren von "PhonoPhono" geschaut hatte, scheint mir der Händler auch genau diesem Prinzip zu folgen und er dort seine Aussagen auch zu relativieren. Seine Ansprache richtet sich also tatsächlich eher an die zu letzt beschriebene Klientel.